7 Tipps für den professionellen Einsatz von virtuellen Hintergründen

Das Grundprinzip: Die meisten gängigen Virtual-Meeting-Tools nutzen das sogenannte Chroma-Key-Verfahren, um einen virtuellen Hintergrund zu erzeugen. Dabei wird der virtuelle Hintergrund generiert, indem ein Foto oder auch ein Video eine ganze Ebene unter Ihr Videobild gelegt wird. Im Prinzip verschwindet der von Ihnen ausgewählte virtuelle Hintergrund erst einmal komplett hinter Ihrem aktuellen Videobild. Wie kommt dieser nun wieder zum Vorschein? Mittels der „Chroma-Key“ Technik sucht Ihr Conferencing-Tool automatisch nach allen einfarbigen, gleich aussehenden Bereiche Ihres Videobilds und macht diese transparent, sodass der von Ihnen ausgewählte virtuelle Hintergrund zum Vorschein kommt. Früher hätte man dafür ein aufwändiges Studio-Setup gebraucht. Heute reichen zwei, drei Klicks.

Klingt doch eigentlich ganz simpel, möchte man meinen. Dennoch erleben wir jeden Tag in Meetings wieder, dass der professionelle Einsatz von virtuellen Hintergründen auch seine Tücken birgt. Damit Sie diese Tücken souverän umgehen, haben wir die vier wichtigsten Tipps und Tricks komprimiert zusammengefasst und obendrein noch drei weitere Tipps für die Umsetzung.

Die richtige Hardware (und Software)

Damit der Einbau Ihres virtuellen Hintergrunds reibungslos verläuft, sollte Ihr Laptop oder Desktop-PC mindestens über Windows 10 oder Mac OS 10.13 und mindestens über einen i5- oder i7-Vierkernprozessor verfügen. Eine gute integrierte Laptopkamera oder eine (sehr gute) externe Kamera helfen natürlich auch enorm, da sie schon grundlegend die Qualität des eigenen Videobilds erhöhen.

Nahezu alle gängigen Conferencing-Tools haben mittlerweile eine sehr gute integrierte „Chroma-Key-Funktion“. Wer den eigenen virtuellen Auftritt auf ein neues Level heben möchte, kann auch mal einen Blick auf Tools wie OBS (Open Broadcaster Software), ecamm oder aber auch Chromacam werfen. Diese Zusatzsoftware liefert oftmals eine noch bessere Qualität oder mehr Möglichkeiten, die Feinheiten in den Einstellungen rund um den virtuellen Hintergrund zu bearbeiten.

Der richtige Hintergrund

Damit der von Ihnen ausgewählte virtuelle Hintergrund auch tatsächlich gut zum Vorschein kommen kann, benötigen Sie einen einfarbigen Hintergrund. Ein Bücherregal, eine Aussicht aus dem Fenster oder das unaufgeräumte Kinderzimmer machen es Ihrem Conferencing-Tool sehr schwer, einfarbige Bereiche zu identifizieren und transparent zu machen – entsprechend schlecht sieht auch Ihr virtueller Hintergrund aus. Wichtig ist hierbei aber tatsächlich „nur“, dass Ihr Hintergrund einfarbig ist, es muss kein Greenscreen sein. Eine blaue Wand oder ein rotes Bettlaken würden es auch tun.

Außerdem sollten Sie bedenken, dass Ihr Hintergrund so eben wie möglich sein sollte – Dachwinkel, Kanten und Schrägen sind tabu!

Die richtige Beleuchtung

Selbst wenn Sie über die beste Kamera, einen riesigen Greenscreen und den neuesten Rechner verfügen, werden Sie relativ schnell feststellen, dass die Qualität Ihres virtuellen Hintergrunds gelinde gesagt schlecht ist. Schattenwurf auf Ihre Wand oder Ihren Greenscreen und einfallendes Tageslicht von der Seite machen Ihnen einen Strich durch die Rechnung. Um dies zu vermeiden sollten Sie auch auf die richtige Beleuchtung achten. Das heißt im Klartext: Sowohl Sie selbst und auch Ihr tatsächlicher Hintergrund (!) sollten gut ausgeleuchtet sein. Hierfür empfehlen wir mind. zwei Lichtquellen, wovon die eine auf Sie und die andere auf Ihren Hintergrund ausgerichtet ist – und das idealerweise relativ zentral, um eine halb im Schatten liegende Gesichtshälfte zu vermeiden.

Die richtige Kleidung

Kamera, einfarbiger Hintergrund und Beleuchtung sind aufgebaut, OBS ist im Einsatz, ein wichtiges Meeting steht an und den passenden virtuellen Hintergrund haben Sie sich auch schon ausgesucht. Im frischgebügelten weißen Hemd sitzen Sie vor Ihrem Laptop und warten nur darauf Ihren perfekten Hintergrund zu zeigen. Es ist soweit – Mausklick – und plötzlich ist Ihr gesamter Oberkörper auf Ihrem Videobild verschwunden – Sie sind ein wandelnder Kopf geworden. Was ist passiert? Bei einem weißen Hintergrund und einem weißen Hemd hat Ihr Conferencing-Tool Probleme den Unterschied zwischen Ihnen und Ihrem Hintergrund zu erkennen, und macht im Zweifel beides transparent. Gleiches passiert auch bei schwarzem T-Shirt und schwarzem Hintergrund oder aber einem weißen Blatt Papier, welches Sie bei eingeschaltetem virtuellen Hintergrund in die Kamera halten.

Achten Sie also immer darauf, dass Sie sich durch Ihre Kleidung von Ihrem Hintergrund abheben, dann steht dem professionellen Einsatz von virtuellen Hintergründen nichts mehr im Weg.

Virtueller Hintergrund

Drei Tipps für die Umsetzung

Der Greenscreen

Es muss nicht immer ein professioneller 300€-Greenscreen sein, ein einfacher Fotohintergrund, welches Sie an der Wand hinter sich befestigen, tut es auch.

Ringleuchten und Softboxen

Mittlerweile gibt es enorm viele Anbieter von Ringleuchten, Softboxen und weiteren Lichtquellen – was ist zu empfehlen, was nicht? Wer schon über einen gut ausgeleuchteten Raum verfügt, benötigt gegebenenfalls nur zwei Ringleuchten, diese haben wir z.B. im Einsatz. Für wen es doch ein wenig mehr sein darf, dem empfehlen wir den Einsatz von professionellen Softboxen.

Chroma-Key ohne Greenscreen in OBS

Und zu guter Letzt haben wir noch einen Profi-Tipp für all diejenigen von Ihnen, die OBS (Open Broadcaster Software) nutzen, bisher aber keinen Greenscreen im Einsatz haben. Ohne einen Greenscreen funktioniert der Chroma-Key-Filter wenig bis gar nicht und der Einsatz von virtuellen Hintergründen und ähnlichem bleibt Ihnen vorerst verwehrt.

Kurzfristige Abhilfe schafft ein kleiner Trick: Mit dem Tool Chromacam (hat sich auf den Einsatz von virtuellen Hintergründen spezialisiert) können Sie sich einen Greenscreen als virtuellen Hintergrund einblenden. In OBS wiederum wählen Sie dann nicht wie gewohnt Ihre externe Kamera sondern Chromacam als Videoaufnahmegerät aus und wenden dann den Chroma-Key-Effektfilter an.

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